Einladung zu den Dialogforen GWA am 10.12.2025

Einladung zu den Dialogforen GWA

am 10. Dezember 2025 in Marburg

 

Die Förderrichtlinie Gemeinwesenarbeit wird ab 1. Januar 2027 neu aufgelegt. In diesem Zusammenhang laden wir Sie herzlich zu den ersten beiden Dialogforen ein:

Dialogforum 1 – Perspektiven aus Standorten mit bestehender GWA im urbanen Raum auf das Förderprogramm Gemeinwesenarbeit

und

Dialogforum 2 – Perspektiven aus den ländlichen Räumen auf das Förderprogramm Gemeinwesenarbeit

 

Der Termin für diese Dialogforen ist:

10. Dezember 2025

im Jugend- und Sozialamt der Universitätsstadt Marburg

in der Friedrichstraße 36, 35037 Marburg

(Tagungsraum im 2. Untergeschoss (Raum -2.23)

 

Ziel der Dialogforen ist ein Austausch über die Umsetzung der neuen Richtlinie in urbanen als auch ländlichen Räumen. Im Dialog zwischen der Praxis vor Ort mit den administrativ und fachlich begleitenden Institutionen (HMSI & Servicestelle GWA), sollen Chancen und Herausforderungen identifiziert und diskutiert werden, so dass diese Erkenntnisse für den weiteren Prozess genutzt werden können.

 

Dialogforum 1 – Urbaner Raum (9:30 – 12:00 Uhr)

Im Mittelpunkt steht der Austausch darüber, wie die Landesförderung GWA an städtischen Standorten mit bestehender Gemeinwesenarbeit zielführend umgesetzt wird und werden kann. Zentrale Fragestellungen sind:

  • Wie kann im Rahmen des Förderprogramms beim Vorhandensein vom Landesprogramm GWA unabhängigen Strukturen vor Ort ein spezifisches GWA Profil im geförderten GWA-Projekt geschaffen werden?
  • Wie können Synergien geschaffen und die notwendige Profilierung sichergestellt werden? 
  • Welche besonderen Chancen und Herausforderungen gibt es in der Umsetzung von GWA in Verbindung mit bestehenden GWA-Strukturen in der Kommune?

Im Fokus stehen die Perspektiven von Vertretenden von kreisfreien Städten, kreisangehörigen Kommunen sowie Fachkräften und Trägervertretenden aus den dort verorteten GWA-Projekten.

 

 Dialogforum 2 – Ländlicher Raum (12.30 – 15:00 Uhr)

Zentral bei diesem Dialogforum ist der Erfahrungsaustausch zu den spezifischen Rahmenbedingungen in ländlichen Gebieten. Dabei geht es insbesondere um folgende Fragestellungen:

  • Wie kann im Rahmen des Förderprogramms im ländlichen Raum ein spezifisches GWA Profil im geförderten GWA-Projekt geschaffen werden?
  • Wie können Synergien geschaffen und die notwendige Profilierung sichergestellt werden? 
  • Welche besonderen Chancen und Herausforderungen gibt es in der Umsetzung von GWA im ländlichen Raum?

Zum Dialogforum 2 sind Vertretende der Landkreise und ländlicher Kommunen, Fachkräfte aus den dort verorteten GWA-Projekten sowie die entsprechenden Trägervertretenden eingeladen.

 

Informationen zur Anmeldung:

Bitte melden Sie sich über die  nachstehenden Anmeldeformulare nur für ein Dialogforum an: entweder für das Dialogforum 1 (urbaner Raum) oder für das Dialogforum 2 (ländlicher Raum).

Um einen zielführenden Austausch zu ermöglichen, ist die Zahl der Teilnehmenden auf etwa 20 Personen pro Dialogforum begrenzt. Um eine ausgewogene Zusammensetzung sicherzustellen, kann es zu einer gezielten Auswahl durch die Veranstaltenden kommen.

Die Anmeldefrist endet am 28. November. Alle Angemeldeten erhalten zeitnah danach eine Rückmeldung zur Teilnahme.

Wir freuen uns auf den gemeinsamen Austausch mit Ihnen in den Dialogforen!

Förderung von Gemeinwesenarbeit in Hessen

Mit der Servicestelle Gemeinwesenarbeit, die im Rahmen dieser Richtlinie gefördert wird, unterstützt die Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte Hessen e.V. die Umsetzung und Weiterentwicklung der Gemeinwesenarbeit in Hessen. Das Angebot richtet sich an alle Akteur_innen, die mit Hilfe der Gemeinwesenarbeit die Lebensbedingungen in benachteiligten Stadtteilen und Quartieren verbessern möchten. Die Servicestelle Gemeinwesenarbeit steht u.a. für Beratung, Wissenstransfer, Erfahrungsaustausch, Fortbildung und bei inhaltlichen Fragen rund um das Förderprogramm des Landes zur Verfügung.

Steinbach Süd und Ost – Praxisbeispiel zum Qualitätsstandard 2

Steinbach Süd und Ost

Praxisbeispiel zum Qualitätsstandard 2: "Gemeinwesenarbeit stellt die Interessen der Menschen in den Quartieren ins Zentrum des Handelns und ermöglicht das selbstwirksame und solidarische Einstehen für gemeinsame Interessen""
Name des Standorts

Steinbach Süd und Ost

Wie ist die Gemeinwesenarbeit vor Ort verankert?

Die Gemeinwesenarbeit ist im Stadtteilbüro Soziale Stadt, einem kleinen, lebendigen, von vielen Menschen gestalteten Ort, verankert. Der Träger ist der Caritasverband Taunus e.V. Die Anbindung des Stadtteilbüros an die Kommune, die Stadt Steinbach, ist eng und sehr konstruktiv. Gleichsam bestehen sehr gute Verbindungen zu den Kooperationspartnern, mit denen ebenso eine rege Zusammenarbeit stattfindet. Dadurch sind wir auch in der Lage, das Bürgerhaus, weitere Räume der Stadt, aber auch Räumlichkeiten der katholischen und der evangelischen Kirchen für die vielen Angebote der engagierten Steinbacher:innen nutzen zu können.

Wie wurde der Qualitätsstandard umgesetzt?

Das gesellschaftliche Leben in der Stadt Steinbach (Taunus) wird maßgeblich von organisierten Gruppen und Institutionen getragen. Die Stadt Steinbach (Taunus) möchte allen die Teilnahme an der gesellschaftlichen Entwicklung ermöglichen und hat dazu eine Organisationsstruktur geschaffen. Um dieses Ziel zu erreichen wurden im Laufe des Jahres 2021 die Interessengruppen gebildet, je zwei Sprecherinnen und Sprecher wurden gewählt. Der Gesamtbeirat stellt die Plattform der Bürgerbeteiligung dar und fand erstmals am 29. März 2022 statt. Durch die Bürgerbeteiligung an den IGs und dem Gesamtbeirat haben die Bürgerinnen und Bürger aktiv die Möglichkeit sich einzubringen. 

Zusammensetzung des Gesamtbeirats

Der Gesamtbeirat setzt sich aus je zwei stimmberechtigten Sprechern der Interessengruppen und weiteren nicht stimmberechtigten Mitgliedern zusammen. Die stimmberechtigten Sprecher vertreten jeweils die Anliegen und Interessen aus ihrer IG und bringen Vorschläge vor. Die nichtstimmberechtigten Mitglieder haben die Aufgabe Unterstützung bei der Planung und Durchführung von Anliegen der Bürger zu gewähren und als Multiplikatoren zu wirken. 

Es gibt u.a. IG´s zum Thema Barrierefreiheit, Familie, Jugend, Nachhaltigkeit und Senior:innen.

Durch diese Struktur nehmen die Menschen ihre Themen selbst in die Hand und verbessern ihre Lebenswelten. Sie treffen sich zu unzähligen gemeinschaftlichen Vorhaben, die sie, begleitet von der GWA, umsetzen. Sie schaffen damit ein breites Angebot für sich und andere, das die Lebensqualität von allen verbessert. Und sie fühlen sich durch ihr Engagement selbst bereichert. Die Menschen sind zudem mittlerweile nachbarschaftlich viel besser verbunden.

Empowerment und Diversity sind die Methoden, die verbunden mit einem niederschwelligen Zugang – wir haben die Türe offen, wann immer möglich – und einem Begegnen auf Augenhöhe maßgeblich zur Umsetzung beitragen. Gelebte Achtung und Wertschätzung, Verlässlichkeit, Vertrauensbildung und vorgelebtes Engagement sind unsere Türöffner gegenüber Bewohner:innen aus dem Quartier. Wir schaffen Rahmen, in denen sie sich wohlfühlen, sich und ihre vielen Ressourcen zeigen und sich weiterentwickeln können. Zudem bauen bzw. pflegen wir unsere verschiedenen Netzwerke innerhalb des Quartiers, der Stadt, der breiten Stadtgesellschaft und der übergreifenden Ebenen in der Region.

Stolz sind wir auf die vielen großartigen Steinbacher:innen mit Wurzeln in 120 Ländern, die sich so begeistert einbringen. Stolz sind wir auch darauf, dass wir hier in Steinbach mit wirklich begrenzten Ressourcen gemeinsam so viel auf die Beine stellen. Die Konzipierung des Gesamtbeirats mit seinen Interessengemeinschaften war ein herausragender Entwicklungsschritt im Gemeinwesen, den die Menschen höchst engagiert mitgegangen sind und als Expert:innen leben. Sie nutzen diese Gestaltungsspielräume und Möglichkeiten zur Teilhabe außerordentlich erfolgreich.

Energie, immer weiterzumachen, geben uns neben allem, was oben schon genannt wurde, vor allem die vielen Menschen, mit denen wir in Steinbach auf so einer wertschätzenden Basis zusammenarbeiten. Menschen aller Alter, die aus verschiedensten Lebenshintergründen kommen, verschiedenste Ressourcen in sich tragen, immer mehr Selbstmächtigkeit sich erarbeiten – und ihre Wege machen, in ein zufriedenes Leben. Es ist sehr zufriedenstellend, Teil einer so starken Gemeinschaft zu sein.

Welche Tipps habt ihr für andere GWAler:innen?

Menschen – altersübergreifend und kulturübergreifend – für gemeinschaftliches Tun zu gewinnen, äußerst niederschwellig beginnen mit etwas, das alle verbindet und wo jede/r etwas dazutun kann, wie beispielsweise gemeinsam Kochen und Essen – dies ist ein „Rezept“, das sich dann auf viele andere weitere gemeinsame Interessen ausweiten lässt (bspw. Fahrrad reparieren, aber auch Themen, wie Nachhaltigkeit, Seniorenthemen oder Barrierefreiheit in altersgemischten Gruppen zu bearbeiten). Wir als GWA bleiben in Kontakt mit den Gruppen, mit den Menschen in den Gruppen, begleiten die Gruppendynamik, bauen Brücken untereinander und zu weiteren Interessierten, sind behutsam „am Ohr“- individuell und begleiten (nur) so viel wie nötig. Hierbei lassen sich dann gleich viele Qualitätsstandards umsetzen, denn wir stellen die Bewohner:innen ins Zentrum, stärken ihre Handlungsfähigkeit und Selbstorganisation, agieren Zielgruppen übergreifend und bearbeiten dabei auch sich zeigende Konflikte, wovon mancher sich als Wirkung gesellschaftlicher Konflikte entpuppt.

Bärbel Andresen

Caritasverband Taunus e.V.

baerbel.andresen@caritas-taunus.de

gefördert seit 2016

GWA seit 2016 vor Ort

Förderung von Gemeinwesenarbeit in Hessen

Mit der Servicestelle Gemeinwesenarbeit, die im Rahmen dieser Richtlinie gefördert wird, unterstützt die Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte Hessen e.V. die Umsetzung und Weiterentwicklung der Gemeinwesenarbeit in Hessen. Das Angebot richtet sich an alle Akteur_innen, die mit Hilfe der Gemeinwesenarbeit die Lebensbedingungen in benachteiligten Stadtteilen und Quartieren verbessern möchten. Die Servicestelle Gemeinwesenarbeit steht u.a. für Beratung, Wissenstransfer, Erfahrungsaustausch, Fortbildung und bei inhaltlichen Fragen rund um das Förderprogramm des Landes zur Verfügung.

Kirchhain Kernstadt – Praxisbeispiel zum Qualitätsstandard 5

Kirchhain Kernstadt

Praxisbeispiel zum Qualitätsstandard 5: "Gemeinwesenarbeit GWA stärkt Gemeinwesen und macht das soziale und räumliche Gefüge einer Nachbarschaft sichtbar und erlebbar"
Name des Standorts

Kirchhain Kernstadt

Wie ist die Gemeinwesenarbeit vor Ort verankert?

Träger der Gemeinwesenarbeit ist der Landkreis Marburg-Biedenkopf, während die Stadt Kirchhain als Standortkommune die Verantwortung für die Umsetzung vor Ort übernimmt. Die Gemeinwesenarbeit ist fest in die kommunalen Strukturen eingebunden und dem Fachbereich Familie und Soziales zugeordnet.

Durch seine Aufgaben ist der Fachbereich nicht nur zentrale Anlaufstelle für Menschen mit Flucht- oder Migrationshintergrund, sondern auch für Menschen, die von sozialer Benachteiligung betroffen sind. Er ist verantwortlich für die Umsetzung von präventiven Maßnahmen und unterstützenden Angeboten, die positive Lebensbedingungen für alle Altersgruppen schaffen. Die Gemeinwesenarbeit umfasst dabei eine Vielzahl von Projekten und Initiativen, die u.a. den sozialen Zusammenhalt und die Teilhabe der Bürger:innen stärken.

Das Quartiersbüro der Gemeinwesenarbeit ist in einem zentral gelegenen Gebäude in der Kernstadt untergebracht. Es befindet sich im Erdgeschoss, ist barrierefrei zugänglich und bietet den Bürger:innen eine niedrigschwellige Anlaufstelle. Diese zentrale Lage sorgt dafür, dass die Gemeinwesenarbeit gut erreichbar ist und ihre Sichtbarkeit im Quartier erhöht wird. Direkt angrenzend an das Büro der Gemeinwesenarbeit befinden sich das Büro des Mitarbeiters für Flüchtlingsangelegenheiten, die Kindergartenverwaltung sowie die Leitung des Fachbereichs Familie und Soziales. Dies fördert den engen Austausch und eine effektive Zusammenarbeit. In unmittelbarer Nähe liegt außerdem das Jugend- und Kulturzentrum der Stadt Kirchhain, in dem sowohl die Kinder- und Jugendförderung als auch die Mitarbeiter:innen der Seniorenarbeit untergebracht sind. Das Zentrum stellt größere Räume für Treffen, Gruppenveranstaltungen und Besprechungen zur Verfügung und bietet somit zusätzliche Möglichkeiten für die Gemeinwesenarbeit.

Wie wurde der Qualitätsstandard umgesetzt?

Umsetzung und Gestaltung
Im Mai 2023 haben wir in Kooperation mit dem Weltladen Kirchhain e.V. das Projekt „Auf Achse – Das wandernde Café“ ins Leben gerufen, um einen mobilen Treffpunkt im Quartier zu schaffen, der den sozialen Austausch fördert, Barrieren abbaut und nachhaltige Beziehungen zwischen den Bewohner*innen unterstützt. Ein Bauwagen dient dabei als zentraler Anlaufpunkt, in dem Materialien für Aktionen und Angebote sowie verschiedene Sitzmöglichkeiten und Sonnen-/Regenschutz untergebracht sind.

Das Café findet wöchentlich an einem festen Tag statt und wird von zwei Ansprechpartner:innen begleitet: einer Mitarbeiterin der Gemeinwesenarbeit und einer Mitarbeiterin des Weltladens Kirchhain, die politisch aktiv ist und als Ansprechpartnerin für den Arbeitskreis Flüchtlinge fungiert. Bei jedem Treffen stellen wir Kaffee, Tee, verschiedene Getränke und kleine Snacks zur Verfügung, die durch Spenden finanziert werden. Auch die Bewohner:innen tragen aktiv zur Gestaltung des Treffens bei, indem sie selbst Kaffee, Kuchen oder Getränke mitbringen und teilen. So wird das Café von der Gemeinschaft mitgestaltet und trägt zur Förderung des nachbarschaftlichen Miteinanders bei.

Das wandernde Café kommt direkt in die Nachbarschaft, was einen unkomplizierten Zugang und eine niedrigschwellige Teilnahme ermöglicht. Diese Form der Mobilität hilft uns, auch Bewohner:innen zu erreichen, die wir mit festen Treffpunkten nicht ansprechen würden. Mindestens zwei Monate bleibt der Bauwagen an einem Standort, um den Bewohner:innen ausreichend Zeit zu geben, sich mit dem Angebot vertraut zu machen und Beziehungen aufzubauen.

Dabei verfolgen wir auch das Ziel, dass sich die Bewohner:innen auch nach der Zeit weiterhin treffen oder sich so untereinander organisieren, dass sie den Kontakt aufrechterhalten und gemeinsam aktiv bleiben. So soll eine nachhaltige Vernetzung im Quartier entstehen, die zu langfristigen sozialen Bindungen führt.

Von November bis Januar gibt es eine Winterpause, in der das Café nicht regelmäßig geöffnet ist. In dieser Zeit wird der Bauwagen jedoch punktuell geöffnet, um auch in der kälteren Jahreszeit den Kontakt zu den Bewohner:innen aufrechtzuerhalten und Gelegenheiten für kleinere, themenbezogene Treffen oder Aktionen zu bieten. So bleibt das Café auch während der Winterpause weiterhin ein Ort der Begegnung und des Austauschs.

Bereits zu Beginn des Projekts wurden die Bewohner:innen aktiv in die Gestaltung des Bauwagens einbezogen. Das Projekt startete mit einem Nachbarschaftsfest zum Tag der Nachbarn, das in Kooperation mit einer Kita im Quartier organisiert wurde. Dabei begannen wir gemeinsam den Bauwagen zu restaurieren: Die Teilnehmenden schliffen, grundierten und strichen ihn von Hand und wählten ein gemeinsames Logo aus. Diese Aktion zog sich über Sommer und Herbst, wodurch nicht nur das Interesse am wandernden Café geweckt, sondern auch Vandalismus vorgebeugt wurde, da die Bewohner:innen Verantwortung übernahmen. Nach Abschluss der Restaurierung wechselte der Bauwagen das erste Mal seinen Standort.

Die Nachbarschaften, in denen das wandernde Café bis jetzt Halt gemacht hat, sind sehr unterschiedlich. Sie zeichnen sich nicht nur durch die vielfältige Zusammensetzung der Teilnehmer:innen aus, sondern auch durch die unterschiedlichen Themen, die hier diskutiert werden. Während in einer Nachbarschaft vielleicht stärker lokale Anliegen im Vordergrund stehen, sind es in einer anderen vielleicht eher gesellschaftspolitische Themen wie Migration oder Integration. Diese Vielfalt ist bereichernd und spiegelt die verschiedenen Bedürfnisse und Interessen der Bewohnerinnen wider.

Ergebnisse und Erfolge
Das wandernde Café hat einen wesentlichen Beitrag zur Förderung des nachbarschaftlichen Miteinanders geleistet. Durch die regelmäßigen Treffen sind viele Bewohner:innen, die sich zuvor nur flüchtig kannten, miteinander ins Gespräch gekommen und haben neue Kontakte geknüpft. Es haben sich kleine Netzwerke entwickelt, in denen sich Menschen gegenseitig unterstützen, sei es beim Einkaufen, bei der Müllentsorgung oder durch andere kleine Hilfestellungen. Auch gemeinsame Aktivitäten wie Grillabende oder gemütliche Treffen im kleineren Kreis sind aus den Café-Treffen entstanden.

Darüber hinaus hat das Café als Raum für den Austausch über gesellschaftliche Themen an Bedeutung gewonnen. Diskussionen über die Flüchtlingssituation, das Wahlverhalten und Menschenrechte haben stattgefunden, was das Bewusstsein für gesellschaftliche Fragestellungen geschärft und den Dialog angestoßen hat.

Das Projekt hat auch zur Gewinnung neuer Ehrenamtlicher beigetragen, die sich nun in verschiedenen Bereichen wie dem Repair-Café oder als Kuchenbäcker:innen engagieren. Weitere Akteure, wie die Gemeindepfleger:innen der Stadt, der Seniorenbeirat oder die Digital-Lotsen, haben die Gelegenheit genutzt, das Café als Plattform zu nutzen, um mit den Bewohner:innen ins Gespräch zu kommen und ihre Angebote vorzustellen.

Darauf sind wir stolz:
Wir sind besonders stolz darauf, dass wir mit „Auf Achse – Das wandernde Café“ einen offenen und zugänglichen Treffpunkt direkt in die Nachbarschaften gebracht haben. Durch die niedrigschwellige Gestaltung konnten wir viele Menschen erreichen, die wenig Zugang zu bestehenden Strukturen haben oder sonst eher zurückhaltend sind. Es ist beeindruckend zu sehen, wie sich das nachbarschaftliche Miteinander verändert hat – aus flüchtigen Bekanntschaften sind echte Beziehungen entstanden, und die Bewohner:innen haben begonnen, sich gegenseitig zu unterstützen.

Ein weiterer Erfolg ist die aktive Beteiligung der Bewohner:innen, die nicht nur bei der Restaurierung des Bauwagens mitgewirkt haben, sondern sich auch regelmäßig mit eigenen Beiträgen wie Kuchen oder Getränken einbringen. Diese Eigeninitiative zeigt uns, dass das Café nicht nur ein „von außen“ initiiertes Angebot ist, sondern von den Menschen selbst als ihr eigenes Projekt angenommen wird.

Wir sind auch stolz darauf, dass das wandernde Café nicht nur ein Ort der Begegnung, sondern auch ein Raum für gesellschaftliche Diskussionen wurde. Die Gespräche über politische und soziale Themen zeigen, dass die Menschen einen offenen Austausch suchen und unser Café ihnen diesen Rahmen bietet.

Nicht zuletzt hat das Projekt auch für uns als Gemeinwesenarbeit viele wertvolle Kontakte geschaffen – sowohl zu den Bewohner:innen als auch zu anderen Akteuren in der Stadt. Diese Vernetzung hilft uns, die Bedarfe und Herausforderungen im Quartier noch besser zu verstehen und gezielt auf die Bedürfnisse der Menschen einzugehen.

Diese positiven Entwicklungen motivieren uns, das Projekt weiterzuführen und auszubauen. Die vielen Begegnungen, die Geschichten, die wir hören, und die Veränderungen, die wir in den Quartieren erleben, geben uns die Energie, immer weiterzumachen.

Welche Tipps habt ihr für andere GWAler:innen?

Unsere Tipps für die Umsetzung eines „Wandernden Cafés“ in der Gemeinwesenarbeit:

  • Geduld haben: Ein solches Format braucht Zeit, um in der Nachbarschaft Fuß zu fassen. Es dauert, bis das Angebot den Bewohner:innen bekannt ist und regelmäßig angenommen wird. Seid geduldig und gebt dem Projekt die nötige Zeit, um Vertrauen zu gewinnen.
  • Flyer in einfacher Sprache gestalten: Gestaltet die Flyer so, dass sie für alle verständlich sind, insbesondere für Menschen, die nicht so gut Deutsch sprechen oder wenig Zugang zu formellen Informationen haben. Achtet auf eine klare und einfache Sprache sowie ansprechende, gut sichtbare Gestaltung.
  • Persönliche Ansprache und Flyer direkt verteilen: Setzt auf die direkte Kommunikation. Geht in die Nachbarschaften und sprecht die Menschen persönlich an, verteilt die Flyer direkt in Briefkästen oder hängt sie sichtbar aus. So erreicht ihr gezielt die Bewohner:innen und könnt ihre Aufmerksamkeit gewinnen.
  • Multiplikatoren finden: Es klingt oft einfacher, als es ist. Die Suche nach Personen oder Gruppen, die das Projekt weitertragen und die Zielgruppe erreichen, kann sich schwieriger gestalten als erwartet. In einigen Nachbarschaften ist es uns auch nicht immer gelungen, schnell passende Multiplikatoren zu finden. Diese sind jedoch entscheidend, um auch schwer erreichbare Menschen anzusprechen und ins Projekt zu holen. Daher darf man die Suche nach Multiplikatoren nicht aufgeben – mit Geduld und hartnäckigem Engagement kann es gelingen, geeignete Ansprechpersonen zu finden, die das Projekt unterstützen und weiterverbreiten.
  • Regelmäßige Treffen anbieten: Haltet regelmäßig und kontinuierlich Treffen ab, auch über einen längeren Zeitraum hinweg. So können Beziehungen aufgebaut werden, und das Vertrauen der Bewohner:innen wird langsam gewonnen. Es ist wichtig, dass sie euch als Teil der Nachbarschaft wahrnehmen und regelmäßig die Gelegenheit haben, teilzunehmen.
  • Standorte sorgfältig auswählen: Achtet bei der Auswahl der Standorte darauf, dass sie familienfreundlich und einladend sind. Es sollte auch etwas für Kinder zum Spielen vorhanden sein. Zudem ist es wichtig, dass der Standort gut sichtbar ist – entweder von der Straße aus oder von den angrenzenden Wohnhäusern. Diese Sichtbarkeit weckt Neugierde und ermutigt die Menschen, vorbeizukommen.
  • Nicht entmutigen lassen: Seid nicht enttäuscht, wenn zu Beginn oder zwischendurch nicht viele Menschen erscheinen. Gerade bei neuen Formaten und in den ersten Wochen kann es zu geringen Teilnehmerzahlen kommen. Bleibt hartnäckig und nutzt jede Gelegenheit, um das Café weiter bekannt zu machen.
  • Die eigenen Erfolge feiern: Feiert euch auch für die kleinen Erfolge und Meilensteine, die ihr auf dem Weg erreicht. Es geht nicht nur um große Durchbrüche, sondern auch um die kleinen positiven Veränderungen, wie die Zunahme von gegenseitiger Unterstützung innerhalb der Nachbarschaften. Diese positiven Entwicklungen sind genauso wertvoll und geben neue Motivation.

Tanja Fenge

Stadt Kirchhain

t.fenge@kirchhain.de

gefördert seit 2019

GWA seit 2019 vor Ort

Förderung von Gemeinwesenarbeit in Hessen

Mit der Servicestelle Gemeinwesenarbeit, die im Rahmen dieser Richtlinie gefördert wird, unterstützt die Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte Hessen e.V. die Umsetzung und Weiterentwicklung der Gemeinwesenarbeit in Hessen. Das Angebot richtet sich an alle Akteur_innen, die mit Hilfe der Gemeinwesenarbeit die Lebensbedingungen in benachteiligten Stadtteilen und Quartieren verbessern möchten. Die Servicestelle Gemeinwesenarbeit steht u.a. für Beratung, Wissenstransfer, Erfahrungsaustausch, Fortbildung und bei inhaltlichen Fragen rund um das Förderprogramm des Landes zur Verfügung.

Kassel Oberzwehren – Praxisbeispiel zum Qualitätsstandard 1

Kassel Oberzwehren

Praxisbeispiel zum Qualitätsstandard 1: "Gemeinwesenarbeit handelt mit dem strategischen Ziel, die Lebensbedingungen in benachteiligten Quartieren ganzheitlich zu verbessern"
Name des Standorts

Kassel Oberzwehren

Wie ist die Gemeinwesenarbeit vor Ort verankert?

Die Gemeinwesenarbeit in Oberzwehren ist beim Träger Frauentreff Brückenhof e.V. angesiedelt, der seit 40 Jahren stadtteilbezogene Frauen- und Familienbildung umsetzt. Der Familientreff Oberzwehren ist eine zentrale Anlaufstelle für die Bewohner:innen des Stadtteils und dient als Stadtteilbüro.

Hier wird offen zugehört, Orientierung gegeben und gemeinsam überlegt, welche Wege und Lösungen passend sind. Fünfmal die Woche sind wir vor Ort. Menschen können dann mit ihren Anliegen vorbeikommen, sei es zu Themen des Alltags, zum Miteinander im Stadtteil oder zu Fragen rund um Wohnen, Familie oder soziale Angebote.

Die Gemeinwesenarbeit ist eng mit den Netzwerken vor Ort verbunden. Der Austausch mit den Menschen im Stadtteil zeigt, was sie bewegt, und bildet die Grundlage für gemeinschaftliche Entwicklungen. Oft entstehen aus Gesprächen neue Ideen, die gemeinsam weitergedacht und umgesetzt werden, um das Leben im Stadtteil aktiv zu gestalten.

Wie wurde der Qualitätsstandard umgesetzt?

In unserer Arbeit setzen wir den Qualitätsstandard um, indem wir den Stadtteil als Ganzes betrachten und sozialräumliche Analysen nutzen, um Bedarfe gezielt zu identifizieren. Durch partizipative Prozesse binden wir die Bewohner:innen aktiv ein, sei es bei der Gestaltung von Begegnungsorten oder der Planung von Veranstaltungen. Besonders wichtig ist uns, niedrigschwellige Angebote zu schaffen, die soziale Unterstützung mit positiven Erlebnissen verbinden. Kooperationen mit lokalen Akteuren, wie der Stadt, Kitas, Schulen und sozialen Einrichtungen, ermöglichen es uns, Synergien zu nutzen und nachhaltige Strukturen aufzubauen.

Ein Beispiel für diesen Ansatz ist die Arbeit mit Roma-Familien, die vor etwa sieben bis acht Jahren aus Bulgarien in den Stadtteil gezogen sind. Viele von ihnen lebten in prekären Wohnverhältnissen, oft in informellen Strukturen, in denen Arbeitgeber gleichzeitig als Wohnungsgeber auftraten. Über Streetwork konnte zunächst Vertrauen aufgebaut werden, um den Zugang zur Zielgruppe zu erleichtern. In einem geschützten Raum hatten die Menschen die Möglichkeit, über ihre Bedarfe und Herausforderungen zu sprechen. Daraus entstand ein Elterncafé, das nicht nur als Anlaufstelle diente, sondern auch eine stärkere Bindung zur Schule förderte – insbesondere, um die hohe Zahl an Fehlzeiten zu reduzieren.

Gemeinsam mit den Wohnungsbaugesellschaften konnten bessere Wohnverhältnisse geschaffen werden, während Aufklärungsarbeit zu Rechten und Pflichten im Wohnumfeld – etwa zur Mülltrennung – durch praktische Aktionen, z. B. mit der Stadtreinigung, unterstützt wurde. Inzwischen haben viele der Beteiligten stabilere Arbeitsverhältnisse gefunden und sind aktiv ins Stadtteilleben eingebunden, sei es durch die Teilnahme an Festen oder durch eigenes Engagement. Besonders erfreulich ist, dass die ersten Kinder dieser Familien mittlerweile Schulabschlüsse erreichen.

Die Erfolge zeigen sich in den gewachsenen Netzwerken und dem zunehmenden Engagement der Menschen vor Ort. Projekte wie das Stadtteilcafé oder gemeinsame Aktionen zur Verschönerung des Quartiers fördern das Miteinander und stärken das Gefühl der Zugehörigkeit. Besonders stolz sind wir darauf, dass unser Ansatz nicht nur Begegnungen schafft, sondern auch langfristige Veränderungen anstößt – sei es durch verbesserte Infrastruktur, stärkere Beteiligung oder neue Formen der Zusammenarbeit.

Die Motivation, weiterzumachen, kommt aus den Erlebnissen im Alltag: Wenn Menschen aus unterschiedlichen Hintergründen zusammenkommen, Barrieren überwunden werden und sich Gemeinschaft entwickelt, zeigt sich, dass unsere Arbeit wirkt. Die kleinen Momente, in denen sich jemand willkommen fühlt, Unterstützung erfährt oder neue Perspektiven entdeckt, geben uns die Energie, weiterhin aktiv für den Stadtteil einzutreten.

Welche Tipps habt ihr für andere GWAler:innen?

Man muss den Stadtteil gut kennen und verstehen. Das gelingt am besten durch direkte Gespräche mit den Menschen vor Ort und den Blick auf ihre tatsächlichen Bedürfnisse. Verschiedene Methoden helfen dabei, möglichst viele zu erreichen – sei es durch offene Treffpunkte, Streetwork oder feste Gruppenangebote. Wichtig ist, dass die Hürden zur Teilnahme so niedrig wie möglich sind.

Die Menschen sollen nicht nur informiert, sondern aktiv einbezogen werden. Wer mitgestalten kann, bleibt eher dabei. Auch kleine Erfolge zählen: Wenn sich Wohnsituationen verbessern, jemand eine feste Arbeit findet oder mehr Kinder regelmäßig zur Schule gehen, zeigt das, dass sich der Einsatz lohnt. Kooperationen mit Schulen, Kitas oder Wohnungsbaugesellschaften sind dabei oft entscheidend. Gleichzeitig sollte man immer wieder überprüfen, was funktioniert und wo nachgesteuert werden muss. So bleibt die Arbeit lebendig und passt sich den Gegebenheiten an.

Ein nachhaltiger Ansatz ist es, bestehende Ressourcen und Netzwerke zu nutzen und interdisziplinär zu arbeiten. Kooperationen mit Schulen, Vereinen, kulturellen Einrichtungen oder kommunalen Gremien stärken die Gemeinwesenarbeit und ermöglichen eine breitere Wirkung. Unser Kinderbuchprojekt mit den Grundschulen ist ein hervorragendes Beispiel dafür, wie interdisziplinäre Zusammenarbeit genutzt wird, um wichtige gesellschaftliche Themen wie Vielfalt und Toleranz aufzugreifen. Die Kombination aus Schreibwerkstatt, künstlerischer Gestaltung und demokratischem Entscheidungsprozess hat nicht nur die Kinder aktiv eingebunden, sondern wird auch langfristig einen Bildungsbeitrag leisten.

Dadurch bleibt unsere Arbeit nicht nur reaktiv, sondern gestaltet aktiv den gesellschaftlichen Wandel im Quartier mit.

Kibar Kay-Delibas

Frauentreff Brückenhof e.V.

kay-delibas@frauentreff-brueckenhof.de

gefördert seit 2016

GWA seit 2016 vor Ort

Förderung von Gemeinwesenarbeit in Hessen

Mit der Servicestelle Gemeinwesenarbeit, die im Rahmen dieser Richtlinie gefördert wird, unterstützt die Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte Hessen e.V. die Umsetzung und Weiterentwicklung der Gemeinwesenarbeit in Hessen. Das Angebot richtet sich an alle Akteur_innen, die mit Hilfe der Gemeinwesenarbeit die Lebensbedingungen in benachteiligten Stadtteilen und Quartieren verbessern möchten. Die Servicestelle Gemeinwesenarbeit steht u.a. für Beratung, Wissenstransfer, Erfahrungsaustausch, Fortbildung und bei inhaltlichen Fragen rund um das Förderprogramm des Landes zur Verfügung.

Marburg Stadtwald – Praxisbeispiel zum Qualitätsstandard 2

Marburg Stadtwald

Praxisbeispiel zum Qualitätsstandard 2: "Gemeinwesenarbeit stellt die Interessen der Menschen in den Quartieren ins Zentrum des Handelns und ermöglicht das selbstwirksame und solidarische Einstehen für gemeinsame Interessen""
Name des Standorts

Marburg Stadtwald

Wie ist die Gemeinwesenarbeit vor Ort verankert?

Der Träger IKJG e.V. blickt im Jahr 2025 auf eine 40-jährige Stadtteilarbeit zurück und hat maßgeblich die positive Entwicklung des Gemeinwesens beeinflusst.

Seit 2015 wird ein ehemaliges Kasernengebäude zu einem Stadtteilzentrum und zum Sitz des Trägers selbst umgebaut. Seit 2021 werden explizit Strukturen zur Entwicklung selbstorganisierter Gruppenaktivitäten und zur Verantwortungsübernahme aller Beteiligten am Stadtteilzentrum aufgebaut.

Wie wurde der Qualitätsstandard umgesetzt?

Wichtig ist uns zu betonen, dass es ohne eine entsprechende und vehement reflektierte Haltung unserer Meinung nach nicht geht. Die wichtigsten Stichworte sind:

  • Austausch auf „echter Augenhöhe“ (konsequente Orientierung am Eigeninteresse der Menschen)
  • Verneinung des Stellvertreterprinzips (tu nichts was die Beteiligten selbst tun können, tue alles, damit sie es nach ihren Möglichkeiten selbst umsetzen können).
  • Ergebnisoffenheit in der gesamten Entwicklung.
  • Vernetzung in aktive Strukturen (Transparenz und Wissen über Prozesse herstellen)

Im Stadtteilzentrum entsteht ein vielfältiger Ort, der die Entwicklung des Stadtwaldes insgesamt bereichert. Der Standort ist offen für selbstorganisierte, eigenständig funktionierende Gruppen, wenn diese auch offen für Menschen aus dem Stadtteil konzipiert sind. Sichergestellt wird dies durch öffentliche Bekanntmachung im Stadtteilkalender und weitere Öffentlichkeitsarbeit. Wir unterstützen beim Aufbau und bei der Weiterentwicklung solcher Gruppen und integrieren diese in die Nutzer:innenkonferenz.

Sicherstellung der Beteiligung und Mitverantwortung von Nutzer:innen: Über die Nutzer:innenkonferenz (ca. 3-4x Jahr) setzen wir (aktuell) durch die GWA-Fachkraft ein moderiertes Versammlungsformat um, bei dem Beratung und gemeinsame Beschlussfassung aller beteiligten Nutzer*innen stattfindet. So können Projekte in den Gruppen entwickelt werden, Themen im Vorfeld identifiziert werden und gemeinschaftlich Lösungen und Vorhaben auf den Weg gebracht werden. Die IKJG e.V. ist als Betreiber der Räumlichkeiten durch die pädagogische Leitung vertreten, die die Interessen des Trägers einbringt. An Beschlüssen und Anträgen sind grundsätzlich alle Aktiven beteiligt, wodurch auch geteilte Verantwortung für die Entwicklung entsteht. Dies wirkt nachhaltig in die soziale Stadtteilentwicklung.

Welche Tipps habt ihr für andere GWAler:innen?

Lest auch ältere GWA-Quellen und profitiert (kritisch) von deren Erkenntnissen.

Das für mich entscheidende Praxiswissen in der Gemeinwesenarbeit ist in den allermeisten Fällen personengebunden. D.h. nach dem Studium ist vor dem Studium. Ich bin sehr dankbar, dass ich auf solche wertvollen Wissensbestände in meiner über 5-jährigen Tätigkeit im Büro für Gemeinwesenarbeit in Düren zugreifen konnte.

Gute und bewährte GWA-Methodik zu finden kann ein langer Suchprozess sein, der sich sehr lohnen kann. Er endet jedoch nicht mit dem Wissen, sondern muss immer wieder neu in Institutionen und Förderzusammenhängen bekannt gemacht werden, in seiner Bedeutung mutig und entschieden von Fachkräften in Leitungs- und Entscheidungsstrukturen getragen und verteidigt werden.

Bildet Arbeitskreise in denen GWA-spezifische Haltung entwickelt und reflektiert werden kann und in denen das Know-How gut fließen kann.

Werdet Mitglied in einem entsprechenden Verein oder informiert euch dort über aktuelle Sichtweisen (z.B. LAG SBH, FOCO, BAG Soziale Stadtentwicklung etc…)

Marcel Funk

IKJG e.V.

funk@ikjg.de

gefördert seit 2016

GWA seit 2015 vor Ort

Förderung von Gemeinwesenarbeit in Hessen

Mit der Servicestelle Gemeinwesenarbeit, die im Rahmen dieser Richtlinie gefördert wird, unterstützt die Landesarbeitsgemeinschaft Soziale Brennpunkte Hessen e.V. die Umsetzung und Weiterentwicklung der Gemeinwesenarbeit in Hessen. Das Angebot richtet sich an alle Akteur_innen, die mit Hilfe der Gemeinwesenarbeit die Lebensbedingungen in benachteiligten Stadtteilen und Quartieren verbessern möchten. Die Servicestelle Gemeinwesenarbeit steht u.a. für Beratung, Wissenstransfer, Erfahrungsaustausch, Fortbildung und bei inhaltlichen Fragen rund um das Förderprogramm des Landes zur Verfügung.